22 Juni 2014

Himmel? Welt? zur Hölle! Himmelswegelauf. Ein Marathon.

Kommst du nur immer anzuklagen?
Ist auf der Erde ewig dir nichts recht?
(fragt Gott den Teufel in: Goethes Faust, Eine Tragödie!)


Hier sitz' ich nun. Mit einem Glas Saale-Unstrut Silvaner nebenbei. Silvaner soll Goethes Lieblingswein gewesen sein hab' ich mal irgendwo gelesen und da ich davon ausgehe, dass vor mehr als 250 Jahren bevorzugt regionale Weine getrunken wurden, könnte Goethe - Weimar ist nicht weit - seinen Silvaner aus Weinbergen der Saale-Unstrut-Region bezogen haben. Unerwartet gut zumindest die beiden Weine, die ich bisher verkostet um nicht zu sagen ausgesoffen habe aus der Region. Das ist eine der guten Nachrichten. Davon gibt's viele, von den guten Nachrichten. Was meinen Kurzurlaub betrifft, meine eigene ganz persönliche Marathonlauferei und den Wein.

Und ich möchte ja auch nicht schreiben um anzuklagen und die Vermutung zu nähren, mir sei auf Erden ewig nichts recht. Doch es ist wie es ist hieniden so auch im Leben einer kleinen Marathonläuferin:

Es wechselt Paradieseshelle
Mit tiefer, schauervoller Nacht.
(wieder Goethes, der Engel Chor)

 Der Himmelswegelauf sprang mich an. Im vergangenen Jahr schon. Ab und zu passiert es mir, dass ein Lauf - kaum entdeckt - mir zuschreit: "Nimm mich! Lauf mich!" und ich den Sirenenklängen nicht widerstehen kann. Es nichtmal versuche sondern sofort und ohne Umstände magisch gezogen hinsinke und klicke. So war es beim Himmelswegelauf in Sachsen-Anhalt (das mir sowieso noch fehlte im "Lauf-die-Länder-Spiel").

Es schreckte mich weder ein grauenhafter - anfangs zwar optisch hübsch gestalteter aber mit wenig relevanten Infos versehener -  Internetauftritt, bei dem so ziemlich alle Informationen fehlten, die ein Läufer sucht:

  • keine Teilnehmerlisten, keine Teilnehmerzahlen
  • die Vorjahresergebnisse merkwürdig (unter Marathonwertung erscheint ein Halbmarathon etc.)
  • kein Streckenprofil
  • die Versorgungspunkte weder abfragbar noch näher erläutert, was es an Versorgung geben wird
  • etc.
 Auch, dass für relativ hohe Anmeldegebühren relativ wenig Leistung zu erwarten sein schien, hinderte mich an der Anmeldung nicht. Ich wollte in dieser Gegend diesen Marathon laufen und diese wunderschöne Medaille bekommen. Basta!

Während ich hier so sitze, der Silvaner zur Neige geht .. überlege ich, die Kritikpunkte - pure Faulheit und vielleicht hole ich das morgen doch noch nach - nicht ausführlicher zu beschreiben. Eine Kurzliste:

  • zu wenig Informationen - teils völlig unsinnig weil mehr Infos sicher mehr Teilnehmer bedeuten würden
  • auch auf Nachfrage vor Ort werden Infos (Höhenmeter / Teilnehmerzahlen) nur spärlich, unwillig und vor allem: total FALSCH rausgerückt.
  • es riecht nach "Abzockversuch" ( wenn auch offensichtlich misslungen). 
  • die Familie Cierpinski als Ausrichter sollte doch eigenltich wissen, was Läufer brauchen
  • keinerlei "give aways, keine noch so kleinen "Zuckerl" für die relativ hohe Startgebühr
  • demotivierte Streckenposten
  • grottenlangweilige Verpflegung auf ganzer Linie - sowohl unterwegs als auch im Ziel
  • lieblose Gestaltung
  • die Streckenkennzeichnung nicht immer eindeutig - es gab Verirrungen (wenn auch zum Glück nicht von mir)
  • die Kilometerkennzeichnungen (so es sie überhaupt gab) ein Witz. Mehr so die "kreative Zufallsverteilung"
  • die extrem wenigen Teilnehmer - es war schon oft extrem einsam auf der Strecke und obwohl "im Mittelfeld" laufend  machmal kilometerlang kein Vor- oder Nachläufer zu sehen - von den zuweilen missgelaunten Streckenposten (ich kann ihre Langeweile ja verstehen -aber trotzdem!) teils grantig empfangen, ignoriert und fast fehlgeleitet.
  • die Strecke ist eigentlich ein durchaus gut frequentierter und für diese winzige Veranstaltung natürlich nicht gesperrter Radweg, so dass der einsame Läufer sich häufig völlig deplatziert inmitten riesiger RadelRudel wiederfindet.
  • viel SchnickSchnack, den keiner will und keiner braucht aber viele eigentlich selbstverständliche Kleinigkeiten, die wichtig wären, total ignoriert.
  •  die "Streckenversorgung" eine Frechheit! Es gibt: Wasser und Apfelschnitze. Punkt! Ausschließlich. Sonst nix! Für jemanden, der auf die bei derartigen Veranstaltungen ausreichende Verpflegung gesetzt hat - und ich tue das grundsätzlich und habe nichts an Eigenversorgung dabei - kann das durchaus ein Killer sein. Achnein - irgendwann bei ca. km 35 kam jemand auf die glorreiche Idee, Orangensaft anzubieten. Was der sauere Orangensaft in einem leeren Marathonmagen nach hoher Anstrengung und ohne Nahrung anrichten kann, wer das noch nicht weiß, der möge es gerne hier versuchen.
  • die Medaille ein "Massenandenken" ohne Gravur oder Schild des Jahres, des Laufes - überhaupt null Bezug zum Laufen überhaupt. Ein Massen-Billigartikel ohne alles - für alle Läufer aller Distanzen identisch.Wie ich erfahren habe, wurde die identische Medaille auch noch in identischer Form für den vom selben Veranstalter ausgerichteten "Mitteldeutschen Marathon" genutzt - auch hier in gleicher Ausführung für alle Distanzen identisch.
Positiv. Wo bitte bleibt das Positive?!:



allgemein:
  • die Landschaft ist TOLL! das Flüsschen "Unstrut" extrem idyllisch, Wälder, Weite, Burgen, Kirsch- und Lindenalleen ..., die umliegenden Städte und Örtchen: Naumburg, Freyburg oder das etwas entferntere Merseburg: uneingeschränkt sehenswert. Für eine, die in dieser Gegend direkt nach der "Wende" oft unterwegs war, grenzt es an ein Wunder, was aus dieser damals unbeschreiblich verfallenen, grau, farblos-angefressenen  und - ja! - ehemals stinkenden (Braunkohleabbau, Chemiewerke ..) Region inzwischen geworden ist: da sind sie doch - die "blühenden Landschaften".
  • die Idee zum Lauf als solche grandios - auch das mit der geplanten "Sommerwendparty an der Arche Nebra" eigentlich spitze. Nur dass zu diesem Zeitpunkt - verständlich, wie ich finde - die Läufer schon  lange keinen Bock mehr auf Ringelpietz haben und sich verkrümeln. Hier müssten wieder viele Einzelpunkte im Vorfeld anders gestaltet sein, damit der Coup gelingen kann.
  • die Strecke viel flacher und viel angenehmer zu laufen als zumindest ich es - immerhin Weinberge - erwartet hätte (ja, warum zum Teufel schreiben die es dann nicht hin auf ihrer Seite!?)
  • ein Wahnsinns-Glück das Wetter: zwischen 14 und ca. 18°C, fast durchgängig bedeckt, zweimal kurzer erfrischender Nieselregen, der nicht durchnässte aber erfrischte.
   persönlich:


  • trotz eher suboptimaler 12 "Vorbereitungswochen" (s.o.) mit Radsturz, heftigem Infekt, wenig Laufen  und noch weniger "Tempo" und  seit dem Weinstraßen-Marathon zwei draufgepackter Körpergewichstkilos lief es unerwartet "locker". Die Form hält sich scheinbar doch ein bisschen. Ein Glück.
  • geplant als "stressfreier Genussmarathon" und im Grunde nur "nach Gefühl" gelaufen war die Zeit mit 4h20 besser als vorher die grob anvisierte (4h30) 
  • obwohl es wie immer irgendwann zäher wurde, war das Durchlaufen als solches nie gefährdet und kein Problem, die Stimmung blieb auch unter teils widrigen Bedingungen weitgehend stabil positiv
  • kaum "Nachwehen". Außer ein bisschen schweren Beinen ist alles fit. Kein Muskelkater, keine sonstigen körperlichen Beschwerden. Stimmung gut, Orthopädie und Restphysis sowie Psyche wohlauf.
  • schöne Medaille - kann ich ja selber mit Label (Jahreszahl, Laufzeit) auf der Rückseite versehen
  • Sachsen-Anhalt ist  - als neuntes der 16 Bundesländer" hiermit abgehakt im Spiel: "Lauf die Länder"
  • schöner Kurzurlaub war's schon so summa summarum


 Statistik:

Meine Zeit:  4:20:25

Gesamtwertung: Platz 67 von 99    - Sieger:  Herrmann Lennart (M20) in 2:50:38
Frauen : Platz 6 von 14    -    Siegerin: Sandra Chudek (W40) in 3:31:26
W50:  Platz 1 von 3



" Er ist sich seiner Tollheit halb bewußt;
Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne
Und von der Erde jede höchste Lust,"

Kommentare:

Tati hat gesagt…

Glückwunsch liebe Lizzy.
Ich bin bisschen hin und her gerissen. So viel negatives zur Laufveranstaltung und dann für dich aber doch auch positives. Ich finde die Medaille auch sehr schick. Ich habe auch schon einen Marathon nur wegen der Medaille gefinisht, im Spreewald gab es eine Gurke (aus Metall) ;-)
Erhol dich gut. Ich freu mich schon auf den Panoramalauf.
Liebe Grüße
Tati

Jörg hat gesagt…

Gratulation, die genannten Punkte sind das, was mir auch auffiel und erzählt wurde.
Ich weiss nicht, ob ich da jemals laufe. Andererseits, wenn er so luschig organisiert wird, gibt es ihn kaum lange.

Heike Thomys hat gesagt…

Gratuliere Dir zum schönen Ergebnis trotz allen Widrigkeiten ;) Und die Medaille die finde ich auch superschön... Liebe Grüsse, Heike

lizzy hat gesagt…

Danke Tati, ich freu' mich auch auf Sachsen und den Panoramalauf :o)

Jörg, ich hatte über den Lauf im Vorfeld nichts und von niemandem was gehört. Aber ich denke jetzt auch: wenn da nicht ganz ganz arg nachgebessert wird und mit viel Geduld "negative Altlasten" abgebaut werden, dann wird das nix mehr mit dem Lauf. Schade eigentlich. Und die Familie Cierpinski, die das ganze - wenn ich mich nicht sehr täusche - federführend mitorganisiert hat, sollte es doch eigentlich besser wissen, was wichtig ist bei Läufen. Wie auch immer: ich bin mit Sachsen-Anhalt ja eh fertig und neige nicht zu Wiederholungen (zumindest nicht, wenn's nicht ums Eck ist ;)

lizzy hat gesagt…

Danke auch dir, Heike.

Die Medaille ist schön. Ja. Aber im letzten Jahr war auf der Rückseite noch eine Jahresprägung samt Namen des Laufes. Das weiß ich von den Fotos. Dieses Jahr ist das Teil nackt und bloß und genau in der blechigen Billigform in jedem Andenkenladen zu kaufen. Nochmal weiter eingespart, was einzusparen ging ... Bei Startgebühren zwischen 42 und 55 Euro (je nach Meldezeitpunkt) und nicht abgesperrter Strecke (es kommen einem massenhaft und auch großrudlige Radtourenfahrer entgegen und überholen auch in Dauermenge. Was ich verstehen kann: für Radtouren ist die Gegend total klasse geeignet!) finde ich das geizig.

Balla Doc hat gesagt…

Hallo Lizzy,

erstmal: toll gemacht! Vor allem in Anbetracht der Vorbereitung, die alles andere als optimal war. Ich finde es auch immer toll, sowas in einen Kurzurlaub einzubinden. - Gut. Dafür muß man halt dann auch laufen...

Die Seite fand ich auch primär toll aufgemacht, aber letztlich unübersichtlich, verwirrend und mit zuwenig Informationen.

Daß die Orga letztlich sich so unbefriedigend war, ist ärgerlich. Wer selbst ein paar Mal wo mitgelaufen ist, sollte doch wissen, was wichtig ist und worauf es ankommt. Und erst dann entscheiden, ob er als Veranstalter das auch stemmen kann...

LG
Balla Doc

Blumenmond hat gesagt…

Hallo Lizzy,

dass angesichts der vielen angebotenen Läufe ein so lieblos angebotener/durchgeführter/präsentierter Lauf überhaupt Anmelder findet, ist wirklich erstaunlich. Die Bilder sind hübsch und Deine Zeit ja auch. Das mit dem Radunfall hab ich irgendwie nicht registriert zwischendurch. War ich unaufmerksam?

Dann mal Gratulation zum ersten Platz in der Altersgruppe. Das passt ja dann schon mal.

Gruß Anja

lizzy hat gesagt…

Zunächst auch ein, zwei, drei herzliche "Dankeschön"s an Doc und Anja :-)

und ich bekomme jetzt - so nach dem Drüberschlafen - fast ein schlechtes Gewissen, dass mein Bericht so "negativ" ist und etwas schlecht macht, das die Organisatoren vermutlich viel Mühe gekostet hat. Es ist doch auch sehr subjektiv, wie sowas rüberkommt und wie gesagt: das Potenzial, eigentlich ein toller Lauf werden zu können, das hat er m. E. schon.

Ich weiß auch nicht, wie es für die anderen Distanzen war. Es gab noch einen HM und einen Schnupperlauf über 10k, glaube ich. Dazu auch einen Ultra mit 120k - das ist der Wahnsinn und es waren wohl auch nur 4 Läufer auf dieser Strecke. Vermutlich kamen sie einsam und unbeachtet irgendwann in ein ziemlich leeres Ziel .. vielleicht aber auch nicht, ich war ja nicht dabei ;-)

Die Zeiten und Teilnehmerlisten jedenfalls sind auch heute noch nicht online. Für keine Distanz.

lizzy hat gesagt…

Nachtrag für Anja: nein, du warst natürlich nicht unaufmerksam. Das kleine Unfällchen mit dem Rad war jetzt nicht so sehr dramatisch, dass es sich gelohnt hätte, es groß "auszuschlachten" ;) Fahrrad heil geblieben, Ellebogen aufgeschlagen, paar Prellungen (Schulter und Hüfte) und ein paar kleinere Abschürfungen (Knie und Füße). Außerdem die einzig gute und noch ziemlich neue Jeans kaputt :o( Alles längst verheilt. Nur die Hose ist immer noch kaputt ;)

Blumenmond hat gesagt…

Ah, ok. Dachte schon, ich hätt was übersehen. Für Genesungswünsche ist es jetzt ja zu spät und der Jeans nützt das jetzt auch nix mehr. ;-)

Elke hat gesagt…

Hallo Lizzy,
erstmal ganz herzliche Glückwünsche zum gefinishten Marathon! Ich hatte mal irgendwo als Stichwort aufgeschnappt, dass es diesen Lauf gibt. Hörte sich interessant an. Aber nach Deiner Beschreibung ... oh je, da würde mir die Lust vergehen. Hatte auch gleich auf die webseite geklickt - wie Du schreibst, grottig diese "viiiielen"Infos. Und wenn sich das dann so fortsetzte ... schade drum! Die Medaille wäre ja auch eine prima Idee, aber bei der Ausführung. Nun ja, vielleicht bessert es sich noch...
Aber unterm Strich: Das sind Erfahrungen, die man manchmal macht. Hauptsache, es hat Dir dennoch Spaß gemacht!
Liebe Grüße
Elke

Anonym hat gesagt…

"Ich weiß auch nicht, wie es für die anderen Distanzen war."

Ich bin die 10 km gelaufen - schon nach 800 m ist der ganze Troß in die falsche Richtung gelaufen und mußte umkehren, weil die Kreuzung nicht ausgewiesen war und der Streckenposten nur dumm grinste. Während der ganze Troß also 500 m bis 0 m (je nachdem, wo die alle standen) zurücklaufen mußten, liefen die beiden Vordersten (darunter ein Cierpinski) einfach weiter und waren auch 10 min eher im Ziel, ohne daß ich wüßte, welchen Weg die gelaufen sein könnten. Die gesamte Zeitnahme ist, ebenso wie die Zieleinlaufliste, völlig für die Katz!

Im Vorfeld schon eine schlechte Stimmung in der langen Warteschlange / den beengten und unkoordinierten Verhältnissen im Meldebüro.

Solch eine saumäßige Organisation eines Laufes habe ich noch nie erlebt. Sie haben Glück, eine andere Strecke gelaufen zu sein.

I.

lizzy hat gesagt…

Danke dir, Elke :o)

wobei das mit dem "trotzdem Spaß gehabt" natürlich auch daran lag und liegt, dass ich zu einer gewissen Galgenhumorigkeit neige, mit der ich bei blöden Dingen sogar noch heiter denken kann: "mal sehen, ob's noch schlimmer geht" - um dann amüsiert festzustellen, dass das tatsächlich geht *g* Mein Glück auch, dass ich körperlich fit blieb. Beim Marathon auf letzten 10 Kilometern, möglicherweise Hammermann im Genick etc. - das hätte übel ausgehen können und ich überholte auf den letzten Kilometern zwei ziemlich vernichtete LäuferInnen, moralisch am Ende, wütend ... und das lag u. a. daran, dass irgendwann eine Kilometer-38-Markierung aufgetaucht war, die total blödsinnig angebracht war. Mein Gedanke bei dieser Markierung am Boden (aufgekritzelt - mal stand ein Schild, mal war eine winzige Nummer auf den Weg gekritzelt, mal gar nix von alledem):
"Wie bitte!? - schon 38 Kilometer?! Würde DAS jetzt stimmen, dann würde ich Bestzeit laufen vermutlich. Ist ja irre!"
Natürlich dachte ich mir auch, dass das vermutlich nicht stimmt - auch die Markierungen vorher waren nicht sonderlich plausibel. Aber wenn doch? Ich war fit genug, noch ein Schippchen draufzulegen und schneller zu werden. Das tat dann doch etwas weh - aber ich wollte nicht riskieren, im Ziel eine Bestzeit um Sekunden verpasst zu haben. Ich rannte also und rannte und suchte nach Kilometermarkierungen ... NICHTS mehr. Das war die letzte überhaupt. Dummerweise zog und zog sich die Strecke, meine Bestzeit zog vorbei und immer noch war das Ziel nicht zu sehen ... also: SO langsam bin ich dann am Schluss wirklich nicht gelaufen, dass das stimmen konnte. Mir war das dann zum Glück auch ziemlich unwichtig - ärgerlich war es trotzdem. Zumal genau auf den letzten Kilometern ja wirklich "letzter Ritzel" bei vielen angesagt ist - körperlich und auch psychisch. Wenn dann genau in der Zeit sich Pannen und Fragwürdigkeiten aneinanderreihen, dann sind weniger geübte und galgenhumorige Mitmenschen u. U. ganz schön geliefert ...

Vielen Dank auch unbekannterweise an I. für die zusätzliche Info zum 10er. Das lässt mein ansatzweise schlechtes Gewissen bzgl. meiner negativen Berichterstattung wieder schrumpfen. Das liest sich tatsächlich noch ein bisschen mehr nach "Katastrophe", was da abging. Und wenn man womöglich für einen auch noch nicht ganz günstigen Zehner weit angereist ist - die Gegend ist zwar schön, aber doch etwas "ab vom Schuss" - dann ärgert das doppelt. Mal sehen, ob die Cierpinskis (hab' nochmal genauer nachgelesen. Dass dort die ganze Familie an Starts und Orga beiteiligt war, lag wohl daran, dass Waldemar C. als Gründer dieses Laufs firmiert.) weitermachen oder das Handtuch werfen. Bin gespannt.

Anonym hat gesagt…

Super Lizzy!

Du hast das Beste aus der Situation gemacht, und die Zeit ist wirklich super, trotz des Infekts. Danke für den ehrlichen Bericht (mich hätte dieser Marathon auch schon angesehen...)

LG
Gabi

lizzy hat gesagt…

Danke Gabi,

der Infekt war aber natürlich komplett ausgestanden. Sonst wäre ich sicher nicht gestartet. Er hat nur mit erst lang anhaltendem Halsweh, folgender Stimmbänderentzündung und noch nachfolgendem lange wiederkehrendem vor allem nächtlichem Reizhusten echt geschwächt und natürlich fast zwei Wochen lang Training verhindert. War aber wirklich ganz durch und ich extrem vorsichtig deswegen. Besser schlecht trainiert als mit Restinfekt auf die Marathonstrecke, dachte ich mir ..

Anonym hat gesagt…

Gesund ins Ziel, das ist immer das Wichtigste! Und vorsichtig sein ist nie verkehrt. Ich hab schon drei Marathons sausen lassen müssen, und bei zwei weiteren war ich sehr vorsichtig gelaufen, weil es mich in der Vorbereitung erwischt hatte. Aber was soll's, man kann eben nicht alles kontrollieren!
Dir und euch allen viel Glück und Gesundheit!

LG
Gabi

lizzy hat gesagt…

bei Marathon4you gibt's zum Lauf jetzt auch einen Bericht mit Bildern von der Strecke für alle, die sich das mal genauer ansehen wollen.

Auf diesen Bericht habe ich gewartet und war sehr gespannt. Denn: die Berichterstatter für diese Seite bekommen meines Wissens (ich war ja auch mal kurz dabei ;) die Startplätze umsonst und der Betreiber hat sicher Interesse daran, zu den Veranstaltern guten Kontakt zu halten. Der "Mitteldeutsche Marathon" oder so ähnlich z. B. wird dort als "besonderer Tipp" geführt und der hat dieselben Ausrichter (und dieselbe Medaille übrigens ;)

Also war ich gespannt, ob der Bericht auch wirklich einigermaßen ehrlich die Dinge einfängt. Nungut - er ist schon ein bisschen "milder" als meiner. Aber Kritik darf ja auch mal etwas Weichspüler bekommen. Immerhin sind einige der Punkte aufgeführt ;)

Anonym hat gesagt…

Wir haben mehr oder weniger von unserem Laufverein den "Auftrag" erhalten, diesen Lauf zu testen. Da es nun schon ein paar Tage her ist und ich gerade eine Email für unsere Mitglieder darüber verfasst habe, will ich nur ganz kurz sagen:
alles was du geschrieben hast, trifft voll ins Schwarze. Das Negative, wie das Positive.Super Idee mit einer super schlechten Org. Wird es hier "Wiederholungstäter" geben? Der Bericht für unsere Läufer fiel dementsprechend aus. Wir wollen kommen! Wir selbst sind aus dem nördlichen Sachsen Anhalt und sind eigentlich traurig darüber, dass für dich unser Bundesland so abgehakt werden muss. Vielleicht findest du ja doch noch mal den Weg z. B. zum Magdeburgmarathon, bei dem die Läufer zum größten Wasserstraßenkreuz laufen und in der Stadt mittels Musik und fanatischem Klatschen der Nichtläufer ins Ziel getrieben werden ;-)
Also: warten auf die Ausschreibung im nächsten Jahr.
Allen Läufern noch ein erfolgreiches Jahr

lizzy hat gesagt…

Danke auch dir bzw. euch für die zusätzliche Einschätzung samt Bestätigung meiner Wahrnehmungen.

Ich bin überzeugt, dass es in Sachsen-Anhalt noch ganz viele wirklich schöne Läufe gibt und schließe auch nicht aus, an dem ein oder anderen noch teilzunehmen irgendwann. Aber erstmal werden die anderen Bundesländer abgearbeitet ;-)