18 Oktober 2017

Herbst auch an Tegernsee, Schliersee und in den Bergen dazwischen

Manch' ein/e LeserIn mag es mitbekommen oder geahnt haben: wir haben Urlaub :o)

Und nicht nur mein kaputt gewesener, inzwischen aber wieder voll einsatzfähiger linker kleiner Zeh ist die Ursache dafür, dass dieser Urlaub zu Hause und in nächster Umgebung stattfindet. Einige weitere, hier nicht näher auszubreitende Gründe, die gelegentliche häusliche Anwesenheit erforderten, kamen hinzu, so dass nicht nach weit entfernten Alternativen gesucht sondern mit heimatnahen Schönheiten Vorlieb genommen wurde - und noch weiterhin werden wird ;) Ist ja auch besser für den Fußabdruck, den ökologischen. Um diesen Abdruck noch ein kleines bisschen zu verringern, wählten wir heute die BOB zur Anfahrt der geplanten Wanderung vom Tegernsee über Riederstein und Baumgartenschneid an den Schliersee.



An Wochentagen gilt das Bayernticket erst ab 9:00 Uhr und da die meisten Ausflügler mit selbigem unterwegs sind, ist die erste nutzbare Bahn in Richtung Berge bereits proppenvoll als wir an der Haltestelle Donnersberger Brücke zusteigen. An einem Mittwoch in der Bahn stehen zu müssen ... für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass die Isarmetropole auf eine Art aus den Nähten zu platzen droht, die Beherrschbarkeit des Verkehrs schon lange nicht mehr gewährleistet.

Ein Thema für mich - aber im Grunde nicht für heute ... Obwohl: ein Grund dafür, dass ich an Wochenenden seit Jahren keine Tagestouren in Berggegend mehr unternehme und die Stadt überhaupt nicht mehr verlasse. Vor dem Wochenende oder mindestens für mehrere Tage. An Wochenendtagen raus und am selben Tag wieder reinfahren: schon lange nicht mehr!

Weil die grundsätzlich überfüllten Straßen mit Stau in alle Richtungen, überfüllten und häufig verspäteten Nahverkehrsmitteln, in denen sich manchmal unglaubliche Szenen abspielen, die durch Überfüllung und Enge leicht erklärbar sind, bei mir Beklemmungen auslösen und das Gefühl des Eingesperrtseins.

Voll der Zug also auch schon am Mittwoch. Glücklicherweise begaben sich nur wenige der ebenfalls in Tegernsee (Ort) aussteigenden MitfahrerInnen auf den von uns gewählten Wanderweg. Leer war er nicht aber die Menge der Wanderer und Menschenbegegnungen hielt sich in sehr angenehmen Grenzen.


Nach kaum mehr als einer Stunde erreichen wir das Gasthaus "Galaun", über dem klein und ausgesetzt auf dem Felsen die Riedersteinkapelle thront. Toller Blick von dort auch über den Tegernsee, gemütliche Terrasse, riesengroße (Spiel)Wiese - wir setzen dieses Ziel auf die Liste der Ziele für Spaziergänge mit nicht ganz so wanderfesten Besuchern oder mit kleinen Kindern, die das Wandern lernen sollen oder wollen ;)  Selber legen wir - weil noch nicht hungrig und mit reichlich Eigenproviant versehen - dort keine Rast ein. So sehr es lockt!



Wir begeben uns auf die vielen Stufen des Kreuzwegs zur Riedersteinkapelle. Puh! Geht in Beine und Po, diese Strecke. Lohnt aber - der Ausblick noch toller!


Die heute aufzusteigenden ca. 800 Höhenmeter verteilten sich recht angenehm. Ab und zu knackig bergauf, häufig nur moderate Steigungen und immer wieder ebene Abschnitte durch augenschmeichelnde Landschaften.


Anstieg zum Baumgartenschneid


Immer wieder Aussichten, Ansichten und Blickfänge


Wenn Weitsichten sich im Tagesblau verlieren ...


letzter Fotoausblick zum Tegernsee - bevor der Gipfel überschritten und Abstieg zum Schliersee in Angriff genommen wird. Ein Stündchen (Nachgipfel-)Rast (ohne Foto) auf der lauschigen Baumgartenalm mit Verputzen sämtlicher mitgenommener Vorräte: Getränke, Kaffee aus Thermoskanne, Käsestullen, mit Kakaobohnen gefüllte Datteln, Reiswaffeln, Nüsse, eine Tafel Schokolade ... alles in einem Rutsch vom Rucksack in die Bäuche umverfrachtet.


Gut so! Denn: lügende Schilder mit viel zu geringen Zeitangaben (das kennen wir eher andersherum) in Richtung Schliersee fressen den angenommenen Zeitpuffer nicht nur auf sondern lassen uns vom strammen Wandertempo zum fast schon leichten Joggingschritt übergehen und verhindern das vorphantasierte Eis. Um die Bahn nach München nicht zu verpassen. Eine Stunde später fahren und noch  warten ... och nö, auch keine Lust mehr jetzt. Der Schliersee kam fototechnisch dadurch ein wenig zu kurz. Unverdientermaßen - schön ist es auch dort!


Eine aussichtsreiche, nicht zu schwere Wanderung -  aber auch keine lasche - war es und ein schöner Tag dazu. Noch zwei Stunden in BOB und S-Bahn (diesmal durchgängig mit Sitzplatz und mit nur wenig Verspätung) und schon ist ein Urlaubstag herum ;)